Ein Diskussionsbeitrag

Mit dem nachfolgend aufgeführten Begleitmail schickte BPW Davos Klosters den unten aufgeführten Antwortbrief als Diskussionsbeitrag an den Zentralvorstand von BPW Switzerland. Das Mail wurde vom ZV mit dem Hinweis, dass die französische Übersetzung fehlt, nicht an alle BPW, sondern an die Clubpräsidentinnen geschickt. Der Club lieferte die französische Übersetzung in einem Mail an die Clubpräsidentinnen nach.

Liebe Claudine, liebe Beatrice

Am 7. Mai versandtet ihr einen Newsletter mit dem Titel: Virtuelle GV von BPW International / Fazit und Ausblick. Mitglieder unseres Clubs nahmen ebenfalls an der GV teil und sind zum Teil zu ganz anderen Schlussfolgerungen gekommen. Der Vorstand von BPW Davos Klosters ist der Meinung, dass auch diese gehört werden müssen und fasste sie in einem Brief zusammen. Um den schweizerischen BPW schon vor der Versammlung vom 12. Juni in Bern Gelegenheit zu geben, sich die Argumente beider Seiten in aller Ruhe anzuschauen, bitten wir euch um den Versand des beiliegenden Briefes an alle Empfängerinnen des Newsletters vom 7. Mai. Vielen Dank für die Ermöglichung einer offenen Kommunikation und herzliche Grüsse

Barbara Gassler, Präsidentin BPW Davos Klosters

Liebe BPW

Am 7. Mai erhielten wir BPW einen Newsletter von BPW Switzerland. Darauf möchten wir von Club Davos Klosters wie folgt reagieren:

Von unserem Club arbeiteten 2 Mitglieder als offizielle Time Keeper an allen Sitzungen der digitalen General Assembly (GA oder Internationaler Kongress). Weitere BPW, auch aus anderen Clubs, folgten der GA als Observers. Dieses Mail haben wir aufgrund unserer Recherchen, Rückmeldungen und diverser Unterlagen zusammengestellt. 

Nach den für internationale Kongresse geltenden (im Voraus genehmigten) Standing Orders wurde der Ablauf, die Redezeit etc. für die virtuelle GA von BPW International vom 21. bis 30. März geregelt. Von diesen Regeln hatten alle Delegierten Kenntnis. Sie sind im Workbook zu finden. Genehmigt werden sie immer an der Pre-Assembly, die am 16. März 2021 stattfand. Eine Gruppe von Teilnehmerinnen verstand es hervorragend, diese Regeln zu umgehen, sich immer wieder zu melden und eine ungute Stimmung zu fördern. Leider ist es auch der sehr kompetenten Parlamentarian Carolyn Savage aus Neuseeland nicht immer gelungen, die immer gleichen Rednerinnen an die Regeln zu binden. 

Wie an allen Kongressen üblich, wurde das Workbook (300 Seiten) zu Beginn der GA vorgelegt. Es enthält alle Reports über die Arbeit bei BPW und die Finanzberichte. Ebenso alle Nominationen, Anträge (Resolutions) und Statutenänderungen (Amendments to the constitution), die bereits seit Juni 2020 bekannt und auf der Website www.bpw-international.org aufgeschaltet waren. Jedes Jahr im Juni wird die revidierte Jahresrechnung des Vorjahres allen Mitgliedsorganisationen zugestellt. Die Jahresrechnung 2020 gehört gemäss Statuten (Constitution) nicht in den Rechenschaftsbericht des Trienniums 2017-2020 und ist erst im Juni 2021 fällig.

Seit dem Kairo-Kongress im 2017 hat sich der Konflikt hinsichtlich Kongress-Abrechnung 2017 bei BPW International von Jahr zu Jahr verstärkt und erschwerte, ja verunmöglichte die Arbeit des internationalen Vorstandes (Executive Board) beinahe vollkommen. Past International President Dr. Yasmin Darwichs Triennium 2014-2017 war bereits mit Turbulenzen zu Ende gegangen, da die Übergabe an die neue Administration 2017 nicht vollständig durchgeführt wurde. Betroffen waren nicht nur die E-Mail-Konten und Social Media Accounts, sondern auch ein Bankkonto des Kongresses, das bis heute nicht übergeben worden ist. 

Wichtig zu wissen: Die Kongressabrechnung 2017 läuft separat neben den Verbands-Finanzen von BPW International und liegt vollumfänglich in der Verantwortung von Dr. Yasmin Darwich. Die allgemeinen Verbands-Finanzen 2017–2021, für welche Präsidentin Dr. Amany Asfour und ihr Vorstand verantwortlich sind, wurden stets korrekt und statutengemäss geführt, revidiert und kommuniziert. Die Amtszeit von Präsidentin Dr. Amany Asfour war geprägt von sehr erfolgreicher Netzwerkarbeit in der arabischen Region und in Afrika, jedoch von ungenügender Kommunikation und fehlendem Leadership hinsichtlich der Frage der Kongress-Abrechnung.

Mit vielen vagen Argumenten, aber auch willkürlichen Beschuldigungen ohne Fakten weigerte sich Dr. Yasmin Darwich, die gemäss Statuten 1 Jahr nach dem Kongress fällige Kongressabrechnung abzuliefern, und hielt die Zahlung von rund 190’000 US$ an den Kongressveranstalter zurück. Sie verstand es, in den vergangenen vier Jahren eine Anzahl weiterer BPW für sich und ihre Behauptungen zu gewinnen und damit die Arbeit des internationalen Vorstandes oder des Executive Board zu boykottieren.

Um einen Prozess des Kongress-Veranstalters abzuwenden, wurde eine Motion eingereicht, welche die unverzügliche Bezahlung der noch offenen 190‘000 US$ verlangte. Die Erstellung der noch fehlenden Kongress-Abrechnung und die Rückgabe des Kongress-Kontos, waren weitere Teile der Motion. In einer Abstimmung vom 23. Februar 2021 wurden alle 3 Anträge vom Internationalen Board (eine Art BPW Ständerat) angenommen. Damit konnte BPW International einen Prozess des Kongressveranstalters abwenden. BPW hätte diesen Prozess verloren, da alle offerierten Leistungen bezogen worden waren. Das neue Executive Board unter der neuen Präsidentin Dr. Catherine Bosshart wurde an der diesjährigen GA verpflichtet, dies alles aufzuarbeiten. Der Kongress, kurzfristig als virtuelle GA organisiert, wurde leider von diesem Konflikt überschattet.

Diverse Länder wie die Schweiz hatten rechtzeitig sehr viele Anträge (Resolutions) und Statutenänderungen (Amendments to the Constitution) für die GA eingereicht. Da ein virtuell durchgeführter Kongress mit Teilnehmerinnen rund um den Globus nur ein kurzes gemeinsames Zeitfenster zulässt, mussten die Kongressgeschäfte drastisch gekürzt werden: Alle Anträge, die fürs bevorstehende Triennium nicht unbedingt notwendig waren, wurden zurückgestellt. Behandelt wurde nur das Notwendigste, damit das neue Executive Board arbeiten kann. Der Antrag der Schweiz betreffend Anzahl Delegierte an der GA wurde auch verschoben. Ebenso der Antrag von Dr. Antoinette Rüegg betreffend Erstellung eines BPW Business & Services Directory. Behandelt und angenommen wurde hingegen der Antrag der Europäerinnen zwecks Aufhebung der Beitragserhöhung um je 1 Euro pro Jahr und der Antrag zur Fortsetzung des PILOT Projektes, welches u.a. die Projekte aller Clubs und Länder sammelt, um z.B. Sponsoren den notwendigen BPW-Leistungsnachweis erbringen zu können.

Verschiedene Anträge, aber auch der Ausgang der Wahlen, entsprachen nicht den Erwartungen unseres Zentralvorstandes. Die Beschlüsse der Mehrheit zu akzeptieren, gehört zu den Spielregeln der Demokratie, und eine kompetente Führung weiss damit in respektvoller Art umzugehen. 

Die Nomination von Dr. Catherine Bosshart hatte 2020 – siehe auch im Antrag des Clubs Fribourg an die DV im Juni in Bern – wie bereits 2017 an der DV in Riehen zu teilweise aggressiven Diskussionen geführt, die viele BPW in der Schweiz und anscheinend auch im Ausland nicht unterstützen konnten. Wie allen bekannt ist, wurde Dr. Catherine Bosshart gewählt. Gemäss ihrer Rede nach der Wahl (nachzusehen auf YouTube ) stellt sie das Triennium 2021-2024 unter das Internationale Thema New Actions through Cooperation – Neue Initiativen durch Zusammenarbeit. Visibilität von BPW, die zeitgemässe Kommunikation sowie die Finanzen stehen dabei auf dem Arbeitsprogramm.

Wir wünschen ihr an dieser Stelle viel Erfolg und wünschen, dass BPW Switzerland sich vermehrt international einbringt und deren Themen unterstützt. 

Wer mehr über BPW International erfahren will, der abonniert den Newsletter BPW International News  und informiert sich auf der Website von BPW International über internationale BPW-Aktivitäten. 

Fazit

BPW International besteht als weltweiter Verband aus sehr, sehr unterschiedlichen Landesorganisationen, die mit verschiedensten politischen Situationen konfrontiert sind und eine Vielfalt an Forderungen und Mentalitäten einbringen. Als weltweites Netzwerk handelt BPW International solidarisch und mit grosser Diplomatie, fast ein wenig wie die UNO, um alle diese Organisationen unter den grossen BPW-Schirm zu bringen und an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Nur ein demokratisches, fein austariertes Vorgehen hat deshalb Chancen, die BPW Ziele zu erreichen und unseren Verband zu bewegen und weiterzubringen. Unser Club begrüsst die Anbindung an BPW International. 

Um künftige Nominationen aus der Schweiz fair behandeln zu können, unterstützen wir die vorgeschlagene Statutenänderung des Clubs Fribourg.

Den Antrag des Clubs Luzern hingegen lehnen wir ab. Einschränkungen, wie vorgeschlagen, werden weder uns Schweizerinnen noch allen anderen BPW auf der ganzen Welt etwas nützen, um weiterzukommen und Visionen in Tatsachen zu verwandeln.

Mit BPW-Grüssen

BPW Club Davos Klosters

Die Präsidentin/Der Vorstand

Barbara Gassler

Davos, 19. Mai 2021

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